Canyoning Gefahren sind ein unterschätztes Risiko bei diesem seit Jahren gewachsenen Extremsport. Das bedeutet nicht, dass Canyoning von vorneherein eine gefährliche Sportart ist, jedoch sollte man mit Vorsicht an die Sache herangehen. Besonders die Kombination von  verschiedenen Aktivitäten aus mehreren Sportarten und Gruppengrößen, die unter unterschiedlichen Bedingungen ausgeübt werden, bieten einem viel Spaß, ein großartiges Naturerlebnis aber eben auch ein gewisses Maß an Risiko. Um diese Erlebnissportart oder diesen Bergsport sicher auszuüben und Chancen von Unfällen so gut es geht zu verringern ist es deshalb ratsam sich mit den möglichen Canyoning Gefahren auseinander zu setzen und sich einen Bergführer zur Seite zu holen.

Der folgende Artikel handelt von unseren persönlichen Erfahrungen über Canyoning Gefahren.  Es ist in jedem Fall empfehlenswert sich mit einem zertifizierten, professionellen Canyoningführer beziehungsweise ortskundigen Bergführer auseinander zu setzen, um sich für eine Canyoningtour gut vorzubereiten und sicher zu bleiben. Zusätzlich sollten Sie eine sehr gute Einweisung bekommen und eine perfekte Gruppengröße für diese Erlebnissportart finden. Zudem bietet der Alpenverein den Alpenraum an um diesen Extremsport auszuüben.   

Bei einer Schluchtenwanderung ist eine der größten Gefahren in der Schlucht bzw. an der Abseilstelle, die sogenannte Springflut. Wie der Name schon sagt, entsteht durch intensiven Niederschlag als Folge von Spätsommergewitter eine spontane Flutwelle. Je wärmer das Wasser und je feuchter die Luft ist, desto heftiger sind die Gewitter. Große Gewitterwolken formen sich und führen zu starkem Regen, der vom Boden nicht mehr aufgenommen werden kann. Dann können Gebirgsbäche oder Gumpen entstehen. Außerdem verschlechtern die steilen Berge den gesammelten Abfluss des Wassers von oben, was eventuell die Schlucht erreicht. Das kann dann zu Nervenkitzel oder Höhenangst führen, da man durch die Situation nervös werden kann.

Canyoning Gefahren

Es passiert bei der Abseilstelle sehr schnell und kann Verletzungen oder den Tod verursachen, wenn man sich in einem engen Canyon aufhält und abseilt. Deshalb sollte man immer mit einem erfahrenden Schluchtenführer oder Canyoningführer  unterwegs sein, um Stauseen zu vermeiden.  Zudem  sollte so schnell wie möglich versucht werden, bei den ersten Anzeichen von Regen, den Canyon zu verlassen oder eine höhere Position im Canyon einzunehmen. Da es in minutenschnelle zu einem hohen Wasserstand bzw. Wasserspiegel kommen kann.

grand canyon

Canyoning Gefahr: Wärmeverlust

Der Alpenverein bietet in einem bestimmten Alpenraum Canyoning als Bergsport an. Diesen zu betreiben kann sehr gefährlich sein, da Kontakt mit Wasser während der Canyoningtour nicht immer vermeidbar ist. Unter extremen Umständen wie einer Blitzflut oder Schneeschmelze kann sich ein Stausee oder auch Gumpen bilden. Dadurch kann eine Unterkühlung des Körpers die Folge sein. Bei einer Begehung sollte man wissen das manche Canyons während dem Winter gefrieren und in minutenschnelle eine Schneeschmelze entsteht. Somit können Gebirgsbäche in der Schlucht entstehen, die den Wasserabfluss versärken können und so ein großes Wildwasser entstehen kann. Darüber hinaus können Sonnenstrahlen von der Schlucht verdeckt werden was abermals die Temperatur senkt. Die Temperatur des Wassers bleibt viel geringer als die Lufttemperatur. Längeres Tauchen unter Wasser ist nicht empfehlenswert.

Unterkühlung kann man auch durch eine schnelle Bewegung vermeiden. Eine Mitnahme von Nahrung die man zu sich nehmen kann, mit einem höheren Kalorienwert ist empfehlenswert. Da Tauchgänge viel Kalorien verbrauchen.

10 Minuten im kalten Wasser kann so viel Kalorien verbrauchen wie eine Stunde körperlicher Bewegung. Ein Neoprenanzug, der aus Neoprenhose und Neoprenjacke besteht, sowie das richtige Schuhwerk, dass aus Neoprenschuhen und Neoprensocken besteht, können helfen die Körperwärme zu speichern. Der Alpenverein kann Ihnen bei weiteren Fragen weiterhelfen.

Canyoning Gefahr: Erschöpfung

canyoning gefahren hitze

Auf der anderen Seite kann eine Begehung beim Schluchtenwandern auch zur  Erschöpfung und Dehydration während des Canyonings in einer Wüste führen. Zusätzlich dazu verursacht intensive physische Aktivität wie diese beim Canyoning großen Wasserverlust, was lebensbedrohend sein kann. Es ist empfehlenswert, dass man 1 Liter Wasser pro Stunde trinkt. Daneben sollte man so viel wie möglich im Schatten sein.

Canyoning Gefahr: Ertrinken

Wie gesagt ist Kontakt mit Wasser beziehungsweise Wildwasser oft ein Teil dieses Sports. Durch höheren Wasserspiegel oder Wasserstand ist  deshalb erforderlich Schwimmen zu können. Wiederrum können auch immer wieder kleine Gebirgsbäche auftauchen. Das Schwimmen mit einem schweren Rucksack bei Wildwasser ist schwierig und riskant. Man sollt auch einen Rucksack tragen, bei dem es einfach ist ihn in gefährlichen Situationen unter Wasser abzulegen. Ertrinken kann man auch, wenn man sich in einem engeren und tieferen Teil des Canyons befindet.

Canyoning Gefahr: Verloren gehen

Die Schluchten befindet oft sich in fernen und entlegenen Gebieten ohne klare Pfade, was die Navigation und den Rettungsversuch schwer machen kann. Es ist insbesondere wichtig beim Schluchtenwandern ausreichende Navigationsausrüstung und Kletterausrüstung mitzubringen. Über die Mindestausrüstungen werden wir weiter auf unserem “Canyoning Ausrüstung” Artikel informieren. Man sollte auch nicht allein gehen und immer eine Nachricht hinterlassen, die andere informieren, wohin man geht und wann man zurückkommt.

Canyoning Gefahr: Steinschlag

Steinschlag  ist  eine andere fast unvermeidbare Unfallursache beim Schluchtenwandern. Weicher Stein auf der Schlucht wie Sandstein kann beim Abseilen sehr einfach abbrechen. Das kann dann zu Nervenkitzel führen oder man bekommt plötzlich Höhenangst, durch das Abbrechen der Steine. Man muss sorgfältig auf weichen Stein oder Steine achten, die leicht abbrechen, wenn man beim abseilen nach dem Stein mit der Hand greift oder einen Stützpunkt fürs Klettern sucht. Deshalb muss man immer einen Helm und die richtige Kletterausrüstung tragen.

helme

Canyoning Gefahr: Wasserbezogene Krankheit

Das Eintauchen ins kalte Wasser kann zu Einklemmung von Blutgefäßen führen, was den Blutdruck erhöht und einen Herzfehler verursachen kann. Das plötzliche Eintauchen ins Wasser kann auch die Atemfrequenz um das Fünffache erhöhen. Wegen dem geringeren Anteil an Sauerstoff kann das zu einer Ohnmacht führen. Um diese zu vermeiden, sollte man wassertechnischer und langsamer ins Wasser eintauchen, um die Atemfrequenz zu kontrollieren.

Krankheiten die das Wasser kontaminieren und durch Augen, Mund oder offene Wunden in den Körper  gelangen, können Nieren oder Leberversagen verursachen. Mann sollte Wunden schnell mit Desinfektionsmittel oder Reinigungsalkohol reinigen und die Stelle danach mit wasserdichten Pflastern verschließen.

Auf einem Trip gehört der Neoprenanzug der aus Neoprenhose, Neoprenjacke und Neoprenschuhen bestehen, dieser gehört zu der Mindestausrüstungen. Zusätzlich muss der Canyoneerer auch gute Schwimmkenntnisse besitzen und wassertechnischer Auftauchen um Gesundheitsschäden zu verhindern.

Canyoning Gefahr: Ausrutschen

Allerdings sollten Canyoneerer auf die Algen achten, die häufig auf den Steinen beim Canyon wachsen. Deshalb ist das richtige Schuhwerk mit hoher Festigkeit und Neoprensocken von guter Haltbarkeit empfohlen, da diese Trittsicherheit geben. Informationen über passende Schuhe die Trittsicherheit bieten gibt es auf der “Canyoning Ausrüstung” Seite.

Canyoning Gefahr: Ausrüstungsfehler

Ausrüstungsfehler sind eine besondere Art von Canyoning Gefahren, die bereits durch Vorsicht beim Abseilen vermieden werden können. Unter anderem ist die Abnutzung der Ausrüstungen, Produktionsfehler, falsche Seiltechnik oder einfach unzureichende Mindestausrüstung  die Ursache.

Kletterausrüstungen sind robust und wurden gefertigt, um extremen Belastungen zu widerstehen. Jedoch gibt es immer eine gewisse Unfallwahrscheinlichkeit. Das Seil kann durch mehrfache Nutzung ausfransen und abgenutzt werden, deshalb sollten Sie immer ein Notseil parat haben und auf scharfe Ränder achten. Vor der Nutzung müssen Sie sorgfältig mit der Hand den Kern des Seils prüfen und nach möglichen Schäden an der Hülle des Seils suchen.

Solche Schäden können von der Nutzung von falschen Seil-Typen (Statikseil oder Dynamikseil) verursacht werden.

Die Seiltechnik lautet wie folgt:

Das Statikseil soll die Bewegung beim Abseilen kontrollieren, während das Dynamikseil als Notseil mit höherer Dehnbarkeit fungiert und plötzliche Stürze und starke Belastungen abfedern kann.

seil karabiner

Ein sogenannter “Core Shot” passiert, wenn die schützende Hülle des Seils von scharfen Objekten zerschnitten und der wichtige Kernstrang beschädigt wird. Jedoch wird man dann durch das Notseil abgeseilt und geschützt.

Die Seile sollen auch komplett abgetrocknet werden bevor sie wieder ins Lager kommen, da die Feuchtigkeit und der Schimmel die Fasern des Seils schwächen können.

Auf der Seite “Canyoning Ausrüstung”, gibt es mehr Informationen über die geforderte Mindestausrüstung.

Canyoning Gefahr: Wildtiere und Insekten

Die Wildtiere sind sowohl ein Teil des Naturerlebnisses beim Canyoning als auch eine andere Art von Gefahr auf die man beim Canyoning achten sollte. Manche davon können giftig sein. Deshalb ist es wichtig bei der Begehung sich mit ortskundigen Experten, Canyoningführer, Schluchtenführer oder Bergführern der Region zu beraten, die eine Zusatzausbildung haben. Sie sollten mögliche gefährliche Insekten erkennen um diese zu vermeiden und nötige Sicherheits-Rettungsmaßnahmen im Angriffsfall vorzubereiten. Ein passendes Trainingsprogramm oder ein Guide ist ratsam, der vertraut mit dem Thema ist und eine Zusatzausbildung hat.